INTERNATIONALER JUWELIER - WARNDIENST

INTERNATIONAL JEWELLER SECURITY

Das Kriminal-Präventions-Netz für die Schmuck- und Uhrenbranche

Organisation
Der Juwelier-Warndienst (WD) wurde 1970 zunächst unter der Trägerschaft des Landesinnungsverbandes der Gold- und Silberschmiede sowie Juweliere Nordrhein-Westfalen gegründet. Teilnehmer sind Juweliere, Goldschmiede, Uhrmacher, Diamant- und Edelsteinhändler, Sicherheitsdienstleister, die für die Branche tätig sind, Versicherungsgesellschaften im In- und im benachbarten Ausland, sowie deren Makler. Die Kosten werden durch Beiträge finanziert (Euro 9.-/Monat, Stand 2006). Redakteure sind Martin und Klaus Winckel.
Die Tätigkeit des Warndienstes war zunächst auf Nordrhein-Westfalen begrenzt, mittlerweile ist der Warndienst jedoch bundesweit bzw. europaweit vertreten. Gegenwärtig zählt der WD bundesweit ca. 400 Teilnehmer. Weitere Teilnehmer gibt es in der Schweiz, in Österreich, in Liechtenstein, in Belgien und in den Niederlanden. Mit gleichgelagerten Diensten für die Schmuckbranche in den Niderlanden und den USA werden Informationen ausgetauscht.

Konzeptioneller Ansatz
Ziel des Warndienstes ist die Prävention. Durch den Einsatz von modernster Technik können die potentiellen Opfer (Juweliere und deren Mitarbeiter) binnen weniger Minuten bundes-/europaweit vor drohenden Straftaten oder Tätern gewarnt werden. Dazu sind detaillierte Darstellungen der Arbeitsweisen sowie Täterbeschreibungen und Täterbilder eine wichtige Voraussetzung für die Wiedererkennung bei einer erneuten Tatvorbereitung oder Tat. Wichtigste Informanten sind die geschädigten Tatopfer, die unmittelbar nach der Tat den Warndienst informieren oder die Sachbearbeiter bei der Polizei, die von der Existenz des Warndienstes Kenntnis haben. Durch den elektronischen Abgleich mit dem vorhandenen Datenbestand kann der Warndienst binnen kürzester Zeit Hinweise auf vergleichbare Taten oder in diesem Zusammenhang gesuchte, bekannte und unbekannte Personen geben. Die wichtigsten Deliktsarten und Täterkreise sind: Raub (80 - 90% ausländische Täter aus Ost- und Südosteuropa), Blitz-Einbruch mit PKW/LKW (80 - 90% ausländische Täter aus Ost- und Südosteuropa), klassischer Einbruch, EC-/Kreditkarten-Betrug (Asiaten, Osteuropäer), Trickdiebstahl (Angehörige ethnischer Minderheiten mit wechselseitiger Beteiligung, z.T. aus dem Ausland - z.B. Frankreich, Niederlande - kurzzeitig zur Tatbegehung eingereist oder männliche Personen mit israelischer Staatsangehörigkeit und osteuropäischer bzw. asiatischer Herkunft). Diese Personenkreise sind weltweit aktiv. Die jährliche Schadenssumme beträgt viele hundert Millionen Euro. Die Teilnehmer werden aufgefordert, beim Auftreten von gesuchten oder verdächtigen Personen, sofort und unauffällig die Polizei und den Warndienst zu verständigen.

Ein weiteres Betätigungsfeld sind die Mitfahndungsersuchen der Polizei. Es können Licht- oder Phantombilder gesuchter Personen in den Warnmeldungen und im Internet veröffentlicht oder aufgrund sichergestellter Schmucketiketten der geschädigte Eigentümer (Juwelier) ermittelt werden. Dazu gehört auch die Auswertung von Punzzeichen und Gravuren in Schmuckstücken oder auch Reparaturzeichen in Uhren.

Der Warndienst bietet den Teilnehmern Schulungslehrgänge für ihre Mitarbeiter an, auch gemeinsam mit den Beratungsstellen der Polizei. Die Beratung der Teilnehmer bei der Anschaffung neuer bzw. besserer Sicherheitstechnik gehört ebenfalls zu den Aufgabengebieten. Die speziellen Branchenkenntnisse des Warndienstes werden ebenso von Staatsanwaltschaften und Gerichten in Anspruch genommen.

Die Aussendung von Warnmeldungen geschieht nach Bedarf und Dringlichkeit an alle Teilnehmer oder unter Berücksichtigung unterschiedlicher Kriterien selektiv, per Fax über einen Provider oder immer mehr direkt als E-Mail. Die Teilnehmer sind in wenigen Minuten benachrichtigt. Technik und Daten befinden sich in notrufgesicherten Räumen.

Seit April 2000 werden Bilder der Personen- und Sachfahndung unter www.warndienst.com und www.warndienst.eu passwortgeschützt ins Internet gestellt. Zugriffsberechtigung erhalten nur Teilnehmer des Warndienstes sowie Polizeidienststellen mit einem personenbezogenen Passwort.

Ergebnisse/Erfahrungen
Der Warndienst hat im Laufe der Jahre in vielen Fällen der Polizei entscheidende Hinweise zur Aufklärung von Straftaten geben können. Gesuchte Personen konnten schon am (nächsten) Tatort festgenommen werden. Grund: Die Täter kommen zum Juwelier und nicht zur Polizei. Auch bei (landesweiten) Durchsuchungsaktionen konnte der Warndienst seine Fachkenntnisse einbringen. Wichtig ist für die Prävention und die Vermeidung weiterer Schäden, dass Erkenntnisse über neue Arbeitsweisen der Täter auf dem schnellsten Wege den gefährdeten Juwelieren mitgeteilt werden. Nur dadurch werden weitere Tatversuche frühzeitig von den Mitarbeitern erkannt, weitere Schäden vermieden und durch geschultes Verhalten eine schnelle Festnahme verdächtiger Personen ermöglicht.

Siehe auch hier:
Deutsches Forum für Kriminalprävention, DFK
Suchbegriff "Juwelier", siehe Reiter Institutionen

Weitere Informationen zur Teilnahme finden Sie HIER.

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